Vor Schülerinnen und Schülern – in der Rolle von Forschenden, Lehrkräften – in der Rolle von Mentorinnen und Mentoren sowie offiziellen Gästen – in der Rolle potenzieller Investoren und Unternehmer wurde das neue moderne STEM-Zentrum für NATURWISSENSCHAFTEN, FORSCHUNG UND INNOVATION offiziell eröffnet. Die Veranstaltung war nicht einfach nur ein traditionelles Durchschneiden eines Bandes, sondern eine echte gemeinsame Reise in die Welt von Wissenschaft und Unternehmertum mit dem Titel „Von den Algen im Museum zur Geschäftsidee und zum Markt“.
Die Umsetzung der neuen STEM-Umgebung ist Teil des Projekts BG-RRP-1.015-0928-С01 „Aufbau einer schulischen STEM-Umgebung an der Nationalen Handelsoberschule – Stadt Plowdiw“, das im Rahmen des Verfahrens BG-RRP-1.015 „Schulische STEM-Umgebung“ aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan der Republik Bulgarien mit Mitteln der Europäischen Union finanziert wird. Das Projekt umfasst Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und Garantiewartung von Ausstattung für den Aufbau eines STEM-Zentrums und hochtechnologisch ausgestatteter und vernetzter Klassenräume.
Bereits zu Beginn der Projekteröffnung betonte der Schulleiter Nikolay Mitev, dass die Umsetzung des Projekts das Ergebnis eines klaren Verständnisses sei, dass Veränderungen im Bildungsparadigma die Schaffung eines neuen Typs von Räumen erfordern, die durch die Modernisierung der Lernumgebung sowie durch die Anwendung projektbasierten und problembasierten Lernens die Bildung integrierter Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen ermöglichen. Genau diese Notwendigkeit steht im Zentrum der Schaffung der neuen STEM-Umgebung an der Nationalen Handelsoberschule.
Seinen Worten zufolge zielt das Projekt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler kreativer werden, motiviert werden, Innovationen zu schaffen, neue digitale Technologien einzuführen und zu nutzen und sich an die sich verändernden Anforderungen des zukünftigen Arbeitsplatzes und des sozialen Umfelds anzupassen. Entsprechend den Besonderheiten der Nationalen Handelsoberschule und ihrer Ausrichtung auf wirtschaftliche Disziplinen wurde die STEM-Umgebung in drei Hauptbereiche aufgebaut – Naturwissenschaften, grüne Technologien und nachhaltige Entwicklung sowie Mathematik und Informatik.
In seiner Ansprache hob der Direktor auch hervor, dass die einzelnen Fächer nicht isoliert existieren sollten, sondern in ihrem Zusammenhang betrachtet werden müssen, so wie sie auch in der realen Welt funktionieren. Deshalb finden in der neuen STEM-Organisation der schulischen Umgebung Disziplinen wie Physik und Astronomie, Biologie und Gesundheitserziehung, Chemie und Umweltschutz, Geographie und Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik sowie Unternehmertum ihren Platz.
Im Rahmen des Projekts wurden an der NTG mehrere zentrale Bildungsräume geschaffen. Im ersten Stock wurde im Bereich „Naturwissenschaften“ ein „Zentrum für Naturwissenschaften, Forschung und Innovation“ eingerichtet, das durch drei Fachräume repräsentiert wird – Labore für Physik, Biologie und Chemie. Dort werden die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, das theoretisch Gelernte anzuwenden, an realen Problemen zu arbeiten und durch einen forschenden Ansatz praktische Fähigkeiten aufzubauen. Auf derselben Etage befindet sich auch eine Lernwerkstatt vom Typ Maker Space im Bereich „Mathematik und Informatik“.
Im zweiten Stock wurde ein „Klassenraum für kreative digitale Gestalter“ eingerichtet, ausgestattet nach den Standards des Bereichs „Mathematik und Informatik“, in dem die Schülerinnen und Schüler an Videoinhalten, Computer- und Videospielen, digitalen Werkzeugen, Plattformen und mobilen Anwendungen arbeiten können. Außerdem wurde ein Fachraum für Geographie, Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung eingerichtet, der für projektbasiertes Lernen, VR-Simulationen, grünes Unternehmertum und die Arbeit mit geographischen Informationssystemen bestimmt ist.
Im dritten Stock wurde ein „Zentrum für Technologien in den kreativen Industrien“ aufgebaut – ein STEM-Unternehmertumsraum mit einem abgegrenzten Bereich für kreative digitale Gestalter. Der Raum ist für Schülerinnen und Schüler der Fachrichtungen „Wirtschaftsinformatik“, „Elektronischer Handel“ sowie für Aktivitäten von Übungsfirmen bestimmt.
Ein wesentlicher Teil des Projekts ist auch die technologische Ausstattung der neuen Umgebung. Es wurden interaktive Displays, Laptops, STEM-Datenlogger mit eingebauten Sensoren, 3D-Brillen für virtuelle Realität, OPS-Module und spezialisierte Software bereitgestellt. Auf diese Weise bleibt die Modernisierung nicht nur auf der Ebene des Interieurs, sondern wird zu einer realen funktionalen Bildungsumgebung.
Besondere Aufmerksamkeit wurde den STEM-Fachräumen für Chemie und Biologie gewidmet, die als Räume für Innovation, Experimente und Entdeckungen aufgebaut wurden. Mithilfe einer Digitalkamera und eines interaktiven Displays kann jedes Experiment in Echtzeit in hoher Auflösung übertragen werden, sodass es in der neuen Lernumgebung keine „hinteren Schulbänke“ für die Wissenschaft gibt. Die Innenräume der Fachräume wurden so gestaltet, dass sie Neugier und Interesse an den Naturwissenschaften wecken.
Das Team der Schule unter der Leitung der Projektkoordinatorin und Lehrerin für Geographie und Wirtschaft Yuliya Kyoseva und der Biologielehrerinnen Zhulieta Gocheva, Mariela Kehayova, der Chemielehrerin Nevena Samohodova, der Lehrerin für Cybersicherheit Delyana Nikolova, der Lehrerin für Unternehmertum Sofia Dimitrova und der Hauptlehrerin Yordanka Arabadzhieva demonstrierte die Kraft moderner Bildung durch eine einzigartige 5-stufige transdisziplinäre STEM-Unterrichtseinheit vom Typ „Business Navigator“ in innovativen Technologien.
Die mit UbD-Design konzipierte Unterrichtseinheit ermöglichte den Wissenstransfer zwischen völlig unterschiedlichen Schulfächern und fokussierte sich auf die praktisch-anwendungsbezogenen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Schaffung eines synergetischen Geschäftsprodukts – einer innovativen Geschäftsidee. Im Kern des STEM-Konzepts stand das Grundmodell der vier „K“ – kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration. Während der Präsentationen bewiesen die Schülerinnen und Schüler, dass sie nicht nur Fakten auswendig lernen können, sondern analysieren, zusammenarbeiten, unkonventionell denken und ihre Ergebnisse digital präsentieren können.
Eine Reise in fünf Etappen: wenn Wissenschaft zu Wirtschaft wird
Ein Teil der Unterrichtseinheiten wurde dem Publikum durch dynamische Video-Highlights aus den einzelnen Räumen des STEM-Zentrums präsentiert.
Etappe 1: Jäger evolutionärer Technologien
Die Reise begann außerhalb des Klassenzimmers – im Naturkundemuseum, das in eine natürliche Beobachtungsumgebung verwandelt wurde. Mithilfe der Methode der Gamifizierung wurden die Schülerinnen und Schüler herausgefordert, zu „Jägern“ der ersten photosynthetischen Organismen der Erde zu werden – der alten Cyanobakterien, die für die Entstehung des Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich sind. Jedes Team hatte die Aufgabe, lebende Proben zu entnehmen und sie für die nächste wissenschaftliche Phase in die Schule zu bringen.
Etappe 2: Von empirischem zu wissenschaftlichem Wissen
Im Biologielabor der Schule nutzten Zehntklässlerinnen und Zehntklässler der Fachrichtung „Betriebswirtschaftliche Verwaltung“ ein hochtechnologisches Elektronenmikroskop, um von der Makro- auf die Mikroebene überzugehen. Sie untersuchten die Zellstruktur und die einzigartigen photosynthetischen Fähigkeiten der Blaualgen und verwandelten wissenschaftliche Inspiration in konkrete biologische Daten.
Etappe 3: Nachweis der Hypothese
Im STEM-Chemieraum führten die Schülerinnen und Schüler ein chemisches Experiment durch, um die pH-Werte und den Einfluss des Lichts auf die Photosynthese der Cyanobakterien zu verfolgen. Mithilfe realer Daten, die in Excel verarbeitet wurden, bewiesen sie, dass diese Organismen bei intensiver Beleuchtung in geschlossenen Räumen aktiv Kohlendioxid aufnehmen. So entstand auch die erste groß angelegte Geschäftsidee – die Entwicklung innovativer Bio-Luftreiniger für Klassenräume.
Cybersicherheit in der Biotechnologie
Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Fachrichtung „Wirtschaftsinformatik“ präsentierten eine problembasierte Unterrichtseinheit im innovativen Fach „Cybersicherheit“. Sie stellten die kritische Frage nach dem Schutz wissenschaftlicher Forschung und geistigen Eigentums vor Manipulationen im realen Geschäftsleben.
Etappe 4: Marktanalyse und GIS-Technologien
Im Geographieraum präsentierten Zehntklässlerinnen und Zehntklässler der Fachrichtung „Wirtschaftsinformatik“ eine SWOT-Analyse des Biotechnologiesektors in Bulgarien. Mithilfe von Google My Maps erstellten sie eine interaktive Karte der Forschungszentren im Land, analysierten die Marktnische und skizzierten das Potenzial Bulgariens, durch die Einführung innovativer ökologischer Technologien zu einem regionalen Führer in der grünen Wirtschaft zu werden.
Der letzte Schliff: kreative Industrien und künstliche Intelligenz
Der Höhepunkt der offiziellen Eröffnung fand im „Zentrum für kreative Industrien“ statt – dem STEM-Unternehmertumsraum. Dort wurde das Modell „Gleichaltrige unterrichten Gleichaltrige“ angewendet. Achtklässlerinnen und Achtklässler, die angewandte Wirtschaftslehre studieren, arbeiteten gemeinsam mit Mentorinnen und Mentoren aus der 11. Klasse, die bereits über reichhaltige Erfahrung in nationalen Wettbewerben für Geschäftsideen und wissenschaftlichen Konferenzen verfügen. Nach der Analyse von Modellen der Kreislaufwirtschaft halfen die älteren Schülerinnen und Schüler den jüngeren, ihre innovativen Geschäftsideen mithilfe künstlicher Intelligenz zu gestalten und zu visualisieren. Die finalen Projekte wurden in Echtzeit über Google Classroom mit allen Gästen der Veranstaltung geteilt.
„Dieses Projekt beweist, wie Bildungsinhalte aus dem Rahmen des Lehrbuchs heraustreten und praktisch im realen Leben angewendet werden können. Wir haben Wissenschaft, Technologie und nachhaltige Entwicklung mit Unternehmertum verbunden, um die Schülerinnen und Schüler auf die echten Herausforderungen der Wissensökonomie vorzubereiten“, teilte die Schulleitung weiter mit.
Am Ende der Eröffnung betonte Direktor Nikolay Mitev, dass sich der Sinn der neuen STEM-Umgebung nicht in moderner Ausstattung und neuen Räumen erschöpft. „Sie ist auf den Aufbau von Verbindungen ausgerichtet – zwischen den Wissenschaften, zwischen Theorie und Praxis und nicht zuletzt – zwischen Bildung, Wirtschaft und realem Geschäft“, führte er in seiner Rede weiter aus.
Offizielle Gäste der Veranstaltung waren der Sekretär des Bezirks „Centralen“ Emil Saraliyski, die Hauptexpertin „Bildung, Sport und Jugendaktivitäten“ des Bezirks „Centralen“ Dimitrinka Ilieva, die leitende Expertin für Naturwissenschaften und Ökologie beim Regionalen Bildungsamt – Plowdiw Tatyana Tsankova, der Direktor des Regionalen Naturkundemuseums Ognyan Todorov und sein Team, der Vorsitzende des Gesellschaftsrats der NTG Rangel Matanski, Vertreter des Regionalen STEM-Zentrums in Hisarya sowie zahlreiche Partner, Gäste und Freunde der Nationalen Handelsoberschule.
Das neue STEM-Zentrum der Nationalen Handelsoberschule erhebt ernsthaft den Anspruch, ein Inkubator für zukünftige Führungspersönlichkeiten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmerinnen und Unternehmer zu sein, die eine sauberere, verantwortungsvollere, sicherere und technologisch entwickelte Gesellschaft aufbauen werden.
https://www.youtube.com/watch?v=25NmoETA5Fw